Eine kleine Geschichte vom Wildpark

Eine kleine Geschichte vom Wildpark

 

Vom Thiergarten - zum Wildpark Donsbach

Oft ein Vierteljahr lang genoss die Hofstatt in den Jagdhäusern die Lust von Hirschschreien.
Aus den historischen Überlieferungen zur Stadtgeschichte Dillenburgs ist zu entnehmen, dass bereits 1640 Graf Ludwig Henrich von Nassau-Dillenburg in einem Thiergarten zwischen Donsbach, Ambachtal und Dilltal Damwild gehalten hat.
 

Beschreibung im Stadtarchiv:


Im Stadtarchiv findet sich folgende Beschreibung:
"Zwischen Herborn und Dillenburg lieget ein zierlicher Thiergarten, desgleichen wenig in Deutschland mag gefunden werden. Er ist mit den schönsten Dannen anderen Blumen bepflanzt, mit angenehmen Auen und einem Forellenbach, auch einem großen Fischweyer versehen und mit allerlei Wildpret, sowie rothem als schwarzem, davon wenigstens dißmalen (um 1713) an 1000 Stück sind, angefüllet, die bei 100ten auf die Wiesen gehen und fast zahm sind.
Am Ende nach dillenburgischen Seiten liegt ein fürstliches Jagd- und Lusthaus, Ludwigsbronn, von seinem Erbauer Fürst-Henrichen benahmet; welches ob es wol nicht allzugross, nichts destoweniger bequem eingerichtet ist, dass die ganze fürstlich-dillenburgische Hofstatt oftmalen ein 4tel Jahr darinnen sich aufhält, absonderlich gegen Herbstzeit, um die Lust von Hirschschreien zu genießen."

Wohl war der Thiergarten einmal eingehegt, um allerlei Wild zu halten. Neben der Jagd und Belieferung von Hoftafeln bot das Wildgatter auch damals für Gäste eine Form der Erholung mit naturnahen Ausblicken. Längst aber sind die Gatter gefallen und die in ihm errichteten Lust- und Jagdhäuser Ludwigsbronn (Altes Haus) und Katharinenbronn (Neues Haus) sind nur in seinen Grundmauern erhalten oder im Privatbesitz.

Als die Gemeindeväter in Donsbach sich 1967 für den Bau einer Tierparkanlage entschlossen, entschieden sie sich für das Gemarkungsgebiet "Reistenbach", da dieses schöne Fleckchen Erde von Norden, Osten und Westen gegen die Unbillen der Witterung geschützt ist und dieses in die Berge eingebettete Tälchen immer über Quellwasser verfügt. Auch ist in seinen Wiesen ein reiches Angebot an Äsungskräutern vorhanden und letztendlich tangiert dieses Gebiet historischen Boden, in dessen ausgedehten Waldungen bereits die Nassau Dillenburger diesen besagten "Thiergarten" und "Saustall" unterhielten.
 
 

Lernort mit Entspannungseffekt

 

Die Besucher haben die Möglichkeit die Tiere aus nächster Nähe zu betrachten.
Der Wildpark in seiner jetzigen Lage ist nicht nur wegen der Tierartenvielfalt, sondern auch aufgrund der ruhigen Lage innerhalb eines offenen Tales sowie einer sauerstoffreichen Waldgegend mit gut begehbaren Spazierwegen immer ein beliebtes Ausflugsziel. Dieses herrliche Areal bietet Kindergärten, Schulklassen und Familien die Möglichkeit, die Natur auch unter pädagogischen Gesichtspunkten zu erleben und zu verstehen. Der Wald zwischen Donsbach, Ambachtal und Dilltal, der heute noch so genannte Tiergarten ist einer der schönsten unserer Heimat mit stillen Tälchen, aussichtsschönen Höhen, lauschigen Plätzen und einer besonderen Pflanzenwelt.
 
Wanderer können wählen, auf welchem der Wege sie den Tiergarten erkunden: Von Dillenburg über Botanischen Garten und Gaulskopf vom Feldbacher Hof aus, über die Himmelsleiter von Niederscheld durch das Lützelbachtal oder auch von Haiger aus via Kornberg und das Haigerer Tor - das noch an die Einfriedung des alten "Thiergartens "erinnert, durch Weiherseite und Reistenbach ins Donsbachtal zum jetzigen Wildpark.